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Digitale Kommunikation in Altenpflegeeinrichtungen ermöglichen

In Kontakt bleiben

In Zeiten der Corona-Krise ist es schwer für Menschen in Altenpflegeeinrichtungen mit den Angehörigen außerhalb in Kontakt zu bleiben. Die persönlichen direkten Kontakte sind aus Sicherheits- und Schutzgründen gar nicht mehr möglich oder nur in besonderen Ausnahmesituationen auf ein Minimum beschränkt. Durch Geräte wie Smartphones, Tablets und Laptops lassen sich über das Internet, auch gerade jetzt, digitale Besuche realisieren. So können zum Beispiel Kinder, Enkel und Freunde über kleine Programme und ein entsprechendes Gerät wie gewohnt bei Angehörigen in Pflegeeinrichtungen „vorbeischauen“.

Voraussetzung hierfür ist, dass in den Altenpflegeeinrichtungen die entsprechende Infrastruktur gegeben ist, also zum Beispiel WLAN vorhanden ist. Sollten Einrichtungen keinen eigenen WLAN-Zugang für ihre Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung stellen, haben sie die Möglichkeit über einen Freifunk-Router die einrichtungsinterne Internetverbindung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu teilen. Die Daten werden absolut sicher über ein virtuelles privates Netzwerk verschlüsselt übermittelt. Freifunk ist absolut rechtssicher und auch datenschutzrechtlich unbedenklich. So kann beispielsweise Internet in einem Aufenthaltsraum für die Bewohnerinnen und Bewohner zu Verfügung gestellt werden.

Das Projekt Digital-Botschafterinnen und -Botschafter RLP stattet deswegen in den kommenden Wochen zusammen mit dem Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, der LMK – medienanstalt rlp und Freifunk Mainz Altenpflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz mit Freifunk-Routern aus. Mit diesen kann beispielsweise in einem Aufenthaltsraum eine Interverbindung für die Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung gestellt werden. Über Online-Videokonferenzen können sich die Angehörigen melden und mit den Bewohner*innen in Bild und Ton in Kontakt treten. Natürlich ist das kein Eins-zu-eins-Ersatz für einen echten Besuch, doch in diesen schwierigen Zeiten eine tolle Möglichkeit, um den Liebsten ein wenig näher zu sein.

Ein erster erfolgreicher Test läuft aktuell schon. Das „Vitanas Senioren Centrum am Rheinufer“ in Ludwigshafen wurde mit Freifunk-Routern und Leihtablets aus dem Projekt DigiBo ausgestattet. Mithilfe von Jitsi, einem Videokonferenzdienst, können die Bewohner*innen ihre Familien per Video sehen, die Stimmen der anderen hören und das Gefühl haben, beieinander zu sein. Frau Bevier, Leiterin Sozialer Dienst, bedankt sich für die tolle Unterstützung bei allen Beteiligten: „Wir freuen uns sehr über diese Möglichkeit und konnten es kaum abwarten zu starten. Was wir damit den Bewohner*innen schenken können, ist wirklich nicht in Worte zu fassen. Vielen Dank!“. Die Fachkräfte vor Ort koordinieren Termine mit den Angehörigen und unterstützen die Bewohner*innen tatkräftig bei der Videokonferenz. Für die nächsten Tage und Wochen wurden schon fleißig Termine vereinbart. Der Router war schnell angeschlossen: einfach an das vorhande Netzwerk angeststöpselt und los ging’s.

Alle Altenpflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz wurden über die Möglichkeiten informiert. Bei Interesse erhalten Sie einen Freifunk-Router, der von Ehrenamtlichen der Freifunk-Initiative und Technikern der LMK – medienanstalt rlp kostenlos eingerichtet wird. Alle Beteiligten freuen sich über diese Chance, die Einrichtungen mit diesem kleinen Beitrag in dieser schwierigen Zeit unterstützen zu können.

Zur Nutzung von Jitsi, Skype und Co. hat das DigiBo-Team auf Silver Tipps Anleitungen für die Einrichtungen erarbeitet, in denen verschiedene niedrigschwellige Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Bewohner*innen während der Kontaktsperre mit Angehörigen und Bekannten in Kontakt bleiben können. Die Anleitungen gibt es hier.